Schreib-Kicks (nicht nur?) für Kinder

Auf verschlungenen Wegen kam ich heute nach Kidsville, der „Mitmachstadt für Kinder im Internet“. Hier gibt es das Atelier Schreibspaß, bei dem Kinder selbst geschriebene Geschichten und Gedichte hochladen und die von anderen Kindern kommentieren können. Doch damit nicht genug: Der Schreibkurs gibt die wichtigsten Tipps zum Schreiben, von Notizbüchern über Figurenentwicklung und Dialoge bis hin zum Lesen. Man kann durch „Lücken bestücken“ vom Computer eine Geschichte schreiben lassen oder Quatscherklärungen zu Fußballbegriffen einsenden bzw. lesen.
Was für Kinder gut ist, kann für Erwachsene nicht schlecht sein. Natürlich will ich nicht dazu aufrufen zu versuchen, die Kinderseiten mit Erwachsenentexten zu unterwandern. Aber warum nicht morgens, so lange alle Kinder in der Schule sind, oder nachts, wenn sie schlafen, mit dem Tipp-Trainer selbst das 10-Finger-System üben? Und gute Ideen zum Schreiben finden auch Erwachsene bei den „Schreib-Kicks„. Nach dem Zufallsprinzip spuckt der Schreib-Kick Automat wahlweise Ideen für Geschichten oder Gedichte, Anfangssätze, Wörter, Schreibspiele oder Übungen aus. Vielleicht auch für mich eine Anregung, mal wieder etwas zu schreiben.

Was und worüber schreiben?

Das ist ein 3-Minuten-ABCdarium zu möglichen Einträgen auf diesem Blog:

Allerlei Ideen
Buchempfehlungen z.B. Goldberg
Clustern
Dates zum Schreiben
Entdeckungen im WWW
Freiheit oder was ich darunter verstehe
Grüne Texte oder gelbe
Hilfen zur Textüberarbeitung und zum Formulieren
Individuelles
Jacken oder warum ich seit zwei Tagen friere
Kommentare zum Weltgeschehen
Listen zu was auch immer, Lösungen, Lustiges
Mokka, Mais und Mohrrüben
Nebensächlichkeiten
Organisation von Schreibprozessen
Produkt und Prozess
Querdenken, querlesen, querschreiben
Ruhe, richtiges und falsches
Schriftsteller und ihr Leben und ihr Schreiben
Träume und Träumereien
Unvollstä
V
W
X
X
Y
Z

und hier erklang der Alarm! Gespannt, was davon in nächster Zeit kommt.

Übrigens: Wenn ich von Hand schreibe, gehe ich nicht unbedingt von A bis Z der Reihe nach, sondern schreibe durcheinander zu dem Buchstaben, zu dem mir gerade etwas einfällt.

Drei Minuten für 26 Ideen

Klare Vorgaben, Regeln und Zeitdruck ermöglichen Kreativität. Jeder kennt es: Will ich irgendwann einmal in meinem Leben einen Roman schreiben, beginne ich wahrscheinlich nie damit – außer ich erfahre, ich habe nur noch X Wochen zu leben? Muss aber in zwei Stunden das Papier mit meinen Vorschlägen zur Projektgestaltung abgegeben werden, das über eine eventuelle Bonuszahlung für dieses Jahr mitentscheidet, fließen die Worte nur so. Klare, wenn auch vielleicht unsinnige Regeln helfen dabei, die Ideen erst einmal unzensiert aufzuschreiben. Denn der innere Kritiker oder Zensor ist damit beschäftigt, die Einhaltung der Regeln zu überwachen, und kann deshalb nicht bei jeder Idee sein vernichtendes Urteil abgeben.
Eine Möglichkeit schnell viele Ideen oder Gedanken zu sammeln, ist es, ein ABCdarium zu schreiben: Zu jedem Buchstaben des Alphabets wird ein Wort oder Satz gesucht, der damit beginnt. Solche ABCdarien können Schreibideen liefern, Vorwissen oder Vorurteile bewusst machen, Lösungen für Probleme anbieten oder zu einem Listengedicht werden. Um den Zeitfaktor mit einzubauen, kann man sich den Wecker auf drei Minuten stellen oder mit jemand anderem um die Wette schreiben oder auch jedes Mal die Zeit stoppen, wie lange man braucht, um seine persönliche Bestzeit immer wieder zu übertreffen (nach spätestens 10 Minuten würde ich jedoch auf jeden Fall aufhören).
Kommen in drei Minuten zwanzig bis sechsundzwanzig Ideen zusammen und ist eine einzige dabei, die so gut ist, dass sie weiter verwendet werden kann, ist die Produktivität dieser Methode schon besser als sie normalerweise so ist. Und wenn alles nichts hilft, kann man immer noch ein Schimpfwörter-ABCdarium schreiben.

Nahe Tartus

Der Bus setzt uns an einer
Kreuzung irgendwo ab. Ohne
Plan in Richtung Sonne durch
graues Gestrüpp auf das Grün
zu wo die Quelle zu finden
sein muss

Heiligtum von Grillen bezirpt
schwarze Schildkrötenbabys
zwischen Resten von Arkaden
Der zinnenbekränzte Felsblock
erhebt sich. Ob es Schlangen?

Melkart wartet schon
lange nicht mehr, ist
nicht zuständig für
Fruchtbarkeit wie ich
es mir fälschlicherweise
dachte. Und doch

Gedichtwettbewerb 2011

Hurra! Wieder einmal habe ich es geschafft, dass mein aktuell eingereichtes Gedicht in den „Ausgewählten Werken“, diesmal ist es die Nummer XIV, aufgenommen wird. Die ausgewählten Werke werden jedes Jahr von der „Bibliothek Deutschsprachiger Gedichte“ herausgegeben und sind ein sehr dickes Buch mit deutschsprachigen Gedichten, die beim aktuellen Wettbewerb eingereicht wurden. Wer mehr darüber erfahren möchte: Gedichte Bibliothek
Die Bibliothek Deutschsprachiger Gedichte kenne ich seit einigen Jahren und sie spielt eine wichtige Rolle in der Tatsache, dass ich 1. mich jetzt so intensiv mit dem Schreiben beschäftige, wie ich es tue und 2. dass ich es mittlerweile manchmal wage zu erzählen, dass ich (auch) Gedichte schreiben. Deshalb ist meine Teilnahme am jährlichen Wettbewerb fast schon zu einem Pflichttermin geworden. Andererseits: Nach vier eingereichten und ausgewählten Gedichten wächst der Ehrgeiz. Erstes Ziel ist natürlich einmal unter die hundert Preisträger zu kommen. Vielleicht lohnt es sich dafür doch einmal eins der angebotenen Gutachten anzufordern?
Allen, die Freude an Lyrik haben, kann ich die Homepage nur empfehlen – zum Lesen des „Gedicht des Tages“, zur Teilnahme am nächsten Gedichtwettbewerb ab 1.1.2012 (auch wenn damit meine Aussichten Preisträgerin zu werden vielleicht gemindert werden) oder zum Mitspielen beim wöchentlichen Online-Poetry-Slam, bei dem per Drag and Drop ein Gedicht aus maximal 20 Wortteilen gebastelt werden kann und der Suchtfaktor hat.

Ein Sonntags-Gedicht – Haiku: Spazieren

Der Sonntag bietet sich an für eigene, mehr oder weniger literarische Texte von mir. Heute, passend zum gewünschten Juli-Wetter und zu meiner Vorliebe für Kurz- und Kürzesttexte, ein nicht ganz formtreues Haiku.

Spazieren

Warm Deine Lippen
Feuchtfrech liebkost und geküsst
Vom Sommerregen