Wetter-Elfchen
Sonne,
kein Regen
und kein Sturm
Unpassend warm und hell?
Adventsüberraschung
Sonne,
kein Regen
und kein Sturm
Unpassend warm und hell?
Adventsüberraschung
Bereits länger ist mir bekannt, dass es eine European Association for the Teaching of Academic Writing gibt. Dabei geht es darum, das diejenigen sich vernetzen, austauschen und fortbilden, die akademisches Schreiben unterrichten. Nun sehe ich: Etwas ähnliches gibt es auch für den Bereich des Kreativen Schreibens.
Noch habe ich nicht genau herausgefunden, wie groß und wie rege die EACWP ist; auch ist mir unklar, ob sich in dieser Vereinigung im Wesentlichen Institutionen finden, oder auch Einzelpersonen, die als Lehrer für Kreatives Schreiben ausgebildet sind und arbeiten. Das Kreative Schreiben mit seinen vielfältigen Chancen und Möglichkeiten ist es aber wert, weiter professionalisiert und verbreitet zu werden, finde ich. Deshalb will ich die EACWP im Auge behalten. Wer Kontakte dahin oder Informationen dazu hat: Ich bin interessiert.
Heute Morgen dachte ich ja noch, ein Bodschkin sei ein Knödel, ein kasachisches Nationalgericht, das man süß (gefüllt mit Datteln und Aprikosen) oder herzhaft (mit Waldpilzfüllung) genießen kann. Natürlich hat jede Familie dafür ihr eigenes Rezept, das von der Großmutter auf die Enkelin weiter gegeben wird, und ebenso natürlich wird der Bodschkin zu Festtagen gerne serviert, besonders am dreitägigen Bodschkin-Fest, das jedes Jahr im November stattfindet (zum Vollmond).
Doch ich wurde eines besseren belehrt. Gerade vorhin, als ich den Computer anschalten und nach vielen Gedichten und Phantasiewörterspielen mal wieder einen seriösen Beitrag zum Schreiben entwerfen und hochladen wollte, kam mir der gemeine Bodschkin dazwischen: Er hat sich wie ein zermanschter Knödel im Computergehäuse an unbekannter Stelle niedergelassen. Beim Einschalten hörte ich ein fieses kurzes Piep, das ich nur so lange ignorierte, bis das System sich weigerte hochzufahren. Die Fehlermeldungen, die der Bodschkin auf den Bildschirm zauberte, waren zwar nicht in kyrillischer Schrift geschrieben, kamen mir aber dennoch chinesisch vor. Womöglich habe ich den Bodschkin selber herbeigeschrieben!?
Wie auch immer, nach einiger Zeit und wildem Rumprobieren war der Bodschkin verschwunden, zumindest plagt er mich im Moment nicht. Da ich aber weder weiß, wo er so plötzlich hergekommen ist, noch warum er jetzt keine Mucken mehr macht, bleibe ich vorsichtig. Falls der Bodschkin morgen nicht wieder auftaucht, folgt dann der seriöse Artikel. Oder ich muss zur großen Bodschkin-Jagd blasen. Und danach finde ich nur noch Wörter, die Gutes und Schönes bedeuten.
Astrid Lindgren hat es vorgemacht, ich habe es mit Grundschulkindern nachgemacht. Und da wir eine Menge Spaß dabei hatten, schlage ich es nun auch hier vor: Wörterfinden.
Wir machen es wie Pippi Langstrumpf in der Geschichte „Pippi findet einen Spunk“ aus dem Band „Pippi in Taka-Tuka-Land“. Zuerst finden wir ein Wort, das von den Professoren noch nicht gefunden wurde, obwohl es ein wunderschönes Wort ist. Dann müssen wir herausfinden, was es bedeutet. Kann man es kaufen und ist es teuer, schmeckt es süß oder kann es beißen, ist es eine Krankheit, ein Wesen von einem anderen Stern oder vielleicht ein Haushaltsgerät?
Mehrere Varianten zu Geschichten zu kommen fallen mir ein. Es kann, wie im Pippi-Original, eine Geschichte geschrieben werden, wie die Bedeutung des Wortes gefunden wird. Oder die Bedeutung des Wortes ist klar, es kommen noch ein paar besondere Eigenschaften hinzu und daraus ergibt sich eine Geschichte, in der das Wort eine Hauptrolle spielt.
Finden mehrere Menschen gemeinsam Wörter, kann jeder seine eigene Geschichte zum selben Wort schreiben, oder die gefundenen Wörter werden in einer gemeinsamen Geschichte aufeinander losgelassen und man kann gespannt sein, was dabei geschieht.
Ich mache einen Anfang und erfinde: Bodschkin. Vielleicht kann ich morgen einen Vorschlag machen, wo sich Bodschkins finden lassen.
bedeckte Steppe
sein grauer Mantel weht kaum
Wege beschreiten
Die Gedichte in mir unbekannten Sprachen, sogar mit für mich unlesbaren Schriftzeichen, die bei lyrikline zu finden sind, sollen als Schreibanregung dienen, um eigene Gedichte oder Prosatexte zu schreiben. Ich mache es so:
Ich klicke auf die Startseite von lyrikline.org und wähle aus der Liste der neusten Stimmen eine aus, die mich spontan anspricht. Heute ist dies Branko Cvetkoski, der ganz oben steht und auf mazedonisch schreibt. Ich sehe kyrillische Schriftzeichen und wähle das zweite Gedicht aus: ГЛАСНИК – es sieht schön aus, finde ich, und ich habe keine Ahnung, wie es sich anhört oder was es bedeutet.
Nun kann ich mir mehrmals hintereinander das Gedicht anhören, ohne dass ich die deutsche Übersetzung anschaue. Ich schließe die Augen und lasse Bilder entstehen, Bilder, die über ein Cluster oder eine Kritzelzeichung oder einfach so zu einem Text werden.
Bei meinem ausgewählten Gedicht ГЛАСНИК sehe ich eine weite Steppenlandschaft vor mir, einen Mann mit einem Mantel, einsam, aber nicht verbittert, vielleicht reitet er … Der Text, der zu diesem Klang passt, ist kein Gedicht mit Strophen oder kurzen Versen. Es ist ein lyrischer Prosatext oder ein Gedicht, das durchläuft, wo Wort auf Wort folgt, nur einzelne Akzente werden durch Satzzeichen gesetzt.
Jeder andere hört wahrscheinlich ein ganz anderes Gedicht als ich. Spannend stelle ich mir vor, zusammen mit anderen zum gleichen fremden Gedicht zu schreiben und zu vergleichen, wohin es die einzelnen Personen getragen hat. Oder das Schreiben kann beendet werden, indem dann doch noch die deutsche Übersetzung gelesen wird.
Dann entscheiden Sie sich doch für ein Leben im Land des Regenbogens. Christof schlägt dies heute in seinem Entscheidungshilfe-Blog vor, der jeden Tag die Möglichkeit bietet, „eine wenig pepp ins leben“ zu bringen.
Geschirr nach Farben sortieren hört sich für mich jedoch zu sehr nach Aufräumen an. Ich entscheide mich jetzt, Papier in den Farben des Regenbogens voll zu schreiben und meine Welt durch Geschichten und Gedichte bunter zu machen. Hochnebel dazu gibt es heute am See mehr als genug.