Sonntags-Gedicht: Fast Nacht

F
A
S
T
N
A
C
H
TWer mit
dem Wulff tanzte
hat nun doch ausgefeiert
Solang Häser getragen und Küchle
gebacken werden, wo Sekt-O und Feiglinge
fließen, ist immer noch lustig Wir-sind-wer-Zeit
Ho Narro, ho narro, ho narro, ho narro, so da fast Nacht

Noch ein – tagesaktueller – Treppengedicht-Versuch.

Ho Narro

Die Fasnacht hat heute Konstanz fest im Griff. Schreiben lässt sich da nicht, höchstens Schreibanregungen sammeln. Mal sehen, ob sich in den nächsten Tagen davon ein Ergebnis zeigt.

Um ein bisschen Traditionsweitergabe zu betreiben, hier eins der Konstanzer Fasnachtssprüchle:

Narro, Narro siebo si,
siebo Narro sind es gsi,
Ho Narro

Hond de Mueter Küchle gschtohle
gib mir au
Haberstrau, Suerkruut
Füllt de Buebe d´Huut us
Und de Mädle d´Mäge
und de alte Wieber Pelzkrago
Ho Narro.

Narro, narro Giegeboge,
Wa de seesch, isch all´s veloge
Narro, narro lenzio!

(So im Fasnachts-Infoblatt des Kindergartens, weitere Sprüche finden sich bei Heischeverse. Unter „Beck“ hier der Lieblingsspruch der Kinder)

Treppen führen zu Absturzgefahr

Im Schreibt!-Raum 11 habe ich ja vorgeschlagen, Treppengedichte zu schreiben. Um dann selbst festzustellen, dass 1. das Anschläge zählen mühsam ist und den Schreibfluss nicht unbedingt begünstigt und dass 2. die Form den Inhalt sehr beeinflusst.
Nun habe ich eine Mail bekommen von einer, die ’s ausprobiert hat. Auch Ihr kam wohl vor allem „abgründiges, abstürzendes in den Sinn“. Da frage ich mich: Warum geht es eher treppab als treppauf? Sollte man generell Treppen lieber meiden oder liegt es daran, dass wir von oben nach unten lesen? Vielleicht haben Treppen einfach immer eine immense Stolpergefahr, egal in welcher Richtung man sie begeht, auch wenn sie komplett normgerecht gebaut sind.
Ob es sich lohnt, einmal ein Treppengedicht von unten nach oben zu schreiben, also mit der langen Zeile anzufangen und zu sehen, auf welches einzelne Wort der Text dann am Ende zuläuft? Denn Aufstieg ist immer besser als Abstieg und Schreiben speziell soll doch positive Effekte auf allerlei haben. Hat es gewöhnlich auch.

Bis ich dies in Ruhe erforscht habe, habe ich mich noch einmal an einem Bulldozer-Gedicht versucht. Und als nächstes zähle ich mal wieder Silben statt Anschläge und sage: Siebzehn Silben für ein Haikuluja.

Sonntags-Gedicht: Es slamt

An der Olympia SG 3

sitzt und schreibt melancholische Poesie

ein schüchternes Mütterchen

Slamility

An der Olympia SG 3

saß und schrieb melancholische Poesie

ein schüchternes Mütterchen